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Samstag, 11. Dezember 2010

Betrachtung zum 3. Advent, dem Sonntag der Freude

Im Advent gehört der Weihnachtsmarkt einfach dazu, die festliche Weihnachtsbeleuchtung der Innenstadt genauso und Lebkuchen gibt es in den Supermärkten ja schon seit Ende August. Obwohl der Kommerz Weihnachten fest im Griff hat, scheint mir die Botschaft von Weihnachten dennoch nicht zum Schweigen gebracht zu sein. Wir werden berührt vom Friedensruf der Engel und die Geschichte vom Kind in der Krippe spricht die Sehnsüchte unserer kindlichen Seele noch immer an. Auch wenn wir achtzig Jahre alt werden, das Kind in uns ist immer noch da. Es ist klein und verletzlich, sehnt sich nach Geborgenheit und Anerkennung wie damals. Die Sehnsucht nach Rettung und Erlösung von einer Welt, für die wir Arbeitskraft und Kostenfaktor sind, ist ungebrochen. Die Hoffnung, dass alles einmal anders wird, menschlich und friedlich, ist unserer Welt angekündigt. Die Freude darüber gibt diesem dritten Adventssonntag seinen Namen. Lateinisch „gaudete“ – „freut euch“ zu Deutsch.

Das Licht dieses Sonntags geht von Johannes dem Täufer aus, dieser kernigen und urigen Gestalt des Neuen Testaments. Er redete seinen Zeitgenossen ins Gewissen und machte ihnen Mut zur Hoffnung, dass ein anderes Leben möglich ist. Er scheute sich auch nicht vor Kritik am liederlichen Leben der Herrschenden. Das kosten ihn zuerst die Freiheit, dann das Leben. Aus dem Kerker heraus lässt er seine Anhänger Jesus fragen, ob er denn der Befreier sei, auf den alle warten. Komische Frage an jemanden, den man eigentlich kennt. Aber das Gottvertrauen kann schon ins Wanken kommen, wenn man eingesperrt wird.

Jesus könnte mit ja oder nein antworten. Tut er aber nicht, sondern verweist darauf, was man bei ihm hören und sehen kann: Kranke werden geheilt, Ausgegrenzte werden wieder aufgenommen, Verzweifelten wird neuer Lebensmut geschenkt und die Armen hören die Nachricht, die sie frei macht. (Vgl. Matthäus 11,2-6) Das waren damals lauter solche Leute, mit denen die Frommen und Dazugehörenden nichts zu haben wollten. Man war überzeugt, wer krank war, hatte die Krankheit als Gottesstrafe zu Recht verpasst bekommen, wer an einer Seuche litt, wurde nicht nur von der Gesellschaft, sondern auch von Gott ausgegrenzt und auf den Armen ruhte kein göttlicher Segen. Nun weiß aber Johannes von der Taufe im Jordan her, dass dieser Jesus Gottes geliebter Sohn ist. Damit hat er auch die Antwort auf seine Frage: Jesus ist der, auf den alle warten. Er setzt die neuen göttlichen Maßstäbe. Deshalb können alle, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, sich selbstbewusst und aufrecht zeigen. Und alle, die im Namen Gottes daher kommen, werden darauf achten und sich dafür einsetzen, dass die Benachteiligten und Ausgegrenzten zu ihrem Recht kommen und würdig behandelt werden.

Darüber ist die Freude groß. Arglos wie Kinder dürfen sich alle freuen, weil alle dazu gehören. Nicht weil sie sich das verdient hätten, sondern einfach so.

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