Gebet um sozialen Frieden ab sofort jeden 3. Samstag im Monat – 11.45 Uhr – 12 Uhr, auf dem Haller Marktplatz.


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Mittwoch, 1. Juni 2011

Gebet um sozialen Frieden jeden 3. Samstag im Monat auf dem Haller Marktplatz

Begrüßung
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes


Liebe Mitmenschen,

wir beten hier mitten am Tag, mitten in Hall, mitten im Leben um den sozialen Frieden in unserem Land. Wir sind der Meinung, dass die sogenannten Sparbeschlüsse der Bundesregierung eine Kriegserklärung an die Armen unter uns sind. Besonders belastet werden diejenigen, die aus dem Erwerbsleben ausgeschieden wurden und unter dem Existenzminimum leben. Hartz-IV-Empfängern soll das Elterngeld komplett gestrichen werden und sie werden künftig auch nicht mehr rentenversichert. Außerdem soll der Heizkostenzuschuss für Wohngeldempfänger wegfallen. Für Hartz-IV-Familien bedeutet das eine fortgesetzte Entwürdigung und dauerhafte soziale Ausgrenzung. Weil sich vor unser aller Augen eine beispiellose Ent-Solidarisierung vollzieht und der christliche Grundwert des Schutzes der Schwachen aufgegeben wird.

Deshalb wollen wir hier heute öffentlich sichtbar zu Gott beten und uns öffentlich sichtbar auf die Seite der Benachteiligten stellen. Wir wollen ihnen eine Stimme geben und fordern unsere verantwortlichen Politiker auf, eine wirklich sozial gerechte Lösung für das Schuldenproblem zu finden. Denn wir alle sind Kinder des einen Gottes und wollen es nicht zulassen, dass die einen an unserem gemeinsamen Tisch nichts auf dem Teller haben, während die anderen im Luxus schwelgen.

Gebet um soziale Gerechtigkeit

Mach uns frei, Gott.
Wir bitten dich um unsere Befreiung.
Führ uns aus der Zwangsvorstellung,
dass der freie Markt uns das Heil bringt,
mach uns frei von dem Zwang,
dass die Wirtschaft ständig nur wachsen muss,
mach uns frei von der Meinung, dass Menschen nur Arbeitskräfte sind,
mach uns frei von denen, die unser Land uns unsere Gesellschaft
mit ihrem Wirtschaftsstandort verwechseln
Sei du unser Gott - nicht die globalisierte Ökonomie,
sei du die Ruhe unserer Seele - nicht die steigenden Börsenkurse,
gründe uns in Deiner Gerechtigkeit,
sei du unser Frieden. Amen

Lesung: Lk 4, 16

16 Jesus kam nach Nazaret, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge. Als er aufstand, um aus der Schrift vorzulesen,
17 reichte man ihm das Buch des Propheten Jesaja. Er schlug das Buch auf und fand die Stelle, wo es heißt:
18 Der Geist des Herrn ruht auf mir; / denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, / damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde / und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze
19 und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.
20 Dann schloss er das Buch, gab es dem Synagogendiener und setzte sich. Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet.
21 Da begann er, ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.


Fürbitten:

Gott, unser Vater und unsere Mutter, wir bitten Dich im Namen Jesu für die Armen, die ausgeraubt am Straßenrand liegen. Gib uns Augen und Ohren und ein mitfühlendes Herz, wie es damals der barmherzige Helfer aus Samaria hatte, damit wir die Not unserer Mitmenschen sehen und ihre Sprache verstehen, mit der sie um Hilfe schreien:
Lass uns die Sprache einer Familie verstehen, die am Tag für die Ernährung ihrer zwei Kinder 2,65 Euro am Tag zur Verfügung hat;
Lass uns von der ausweglosen Lage eines 50jährigen Mannes angerührt sein, der suchtkrank ist und mehrere Behinderungen hat, der niemals mehr mit einer festen Anstellung rechnen kann;
Lass uns von der Not einer alleinerziehenden Mutter berührt sein, die sich zur Förderung ihres Kindes keine Nachhilfe leisten kann;
Lass die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker umkehren zur Mitmenschlichkeit, dass sie sich nicht zuerst der Logik des Wirtschaftssystems verpflichtet fühlen, sondern dem Wohl der Schwachen;
Berühre uns alle mit der Sprache deiner Liebe, dass uns das Leben unserer Mitmenschen ebenso wichtig ist wie unser eigenes;
wir bitten dich für alle Menschen, Organisationen und Kirchen,
die aus dem Evangelium Kraft schöpfen
für den Kampf um Brot und Gerechtigkeit;
Denn mit ihm, Christus, und durch ihn
lernen wir die Sprache der Liebe,
die verstanden wird in aller Herren Länder
und die unsere Welt mit Hoffnung erfüllt.

Ihm sei Lob und Ehre, heute und alle Tage. Amen.


Lasst uns zusammen das Gebet Jesu beten:

Vater unser …

Es segne uns der Gott der Liebe und des Erbarmens:
und der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen

Gehen wir und sorgen für Gerechtigkeit und Frieden.

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